Sie sitzen nicht still, sie sind nicht einfach nur Deko, und schon gar nicht stehen sie stumm an Ort und Stelle. Kinder wollen erleben, entdecken, klettern, bauen, rollen, rutschen, sich verstecken – Spielen!
Sobald LittleOne anfing auf ihren kleinen Beinen in die Welt hinaustapsen, und sich damit den größten Traum aller Gartenzwerge erfüllte ;), war mir als Mama klar, dass ich einen Ort wollte, wo sie in einer sicheren Umgebung das „Draußen“ entdecken könnte oder irgendwann auch einfach für sich spielen könnte. Nicht umsonst ist für die meisten Familien ein Garten (und sei er noch so klein) ein entscheidendes Kriterium, wenn sie auf Haussuche sind.
Ich fing also an zu überlegen, wie wir das umsetzen könnten und nach einer kurzen Webrecherche schnell stand ich vor der Frage: Was passt besser in unseren Garten und in unser Leben – ein Spielhaus oder ein Spielturm?
Mit einem Garten, der nicht gerade riesig ist, und dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, der unsere Kinder viele Jahre begeistert, standen wir vor einer Entscheidung, die mehr mit unseren Werten zu tun hatte, als wir dachten. Minimalismus, kreative Freiheit und eine langfristige Nutzung spielten plötzlich genauso eine Rolle wie die Frage, ob unser Platz für eine Schaukel ausreicht. Warum wir uns am Ende für das Spielhaus entschieden haben und was wir dabei gelernt haben, erzähle ich euch hier.
Spielhaus oder Spielturm?
Als wir anfingen, den Garten für unsere Kinder zu planen, war die erste Idee naheliegend: ein Kletterturm mit Schaukel und Rutsche. Schließlich sieht man die in fast jedem Garten, und sie versprechen Bewegung und Abenteuer. Doch dann kam der Haken – oder besser gesagt, gleich mehrere:
Erstens, unser Garten ist nicht riesig. Ein Turm mit Schaukel und Rutsche hätte fast die Hälfte des Platzes eingenommen. Da blieb die Frage: Was passiert mit dem Rest? Wollten wir wirklich unseren ohnehin begrenzten Raum so einseitig verplanen?
Zweitens, der Nachhaltigkeitsgedanke. Wie lange wird ein Kletterturm wirklich genutzt? Nach meiner Erfahrung sind Spielgeräte mit einer festen Funktion zwar kurzzeitig spannend, verlieren aber schnell ihren Reiz. Eine Schaukel schwingt, eine Rutsche rutscht – und dann? Ich sah vor meinem inneren Auge, wie der Turm nach ein paar Jahren ungenutzt vor sich hin rottet, weil unsere Kinder herausgewachsen sind.
Und schließlich drittens: unsere Kinder selbst. LittleOne liebt es, in Welten einzutauchen und kreative Spiele zu erfinden. Ein Spielhaus, in dem sie ihre Fantasie ausleben kann – das wurde schnell zur klaren Alternative. Denn statt vorgefertigten Abläufen wie „hochklettern, runterrutschen“ bietet ein Spielhaus unzählige Möglichkeiten: Es kann ein Eisladen sein, ein Restaurant, ein Märchenschloss oder ein Piratenschiff. Es wächst mit den Ideen der Kinder und passt sich ihrer Entwicklung an.
Minimalismus und Spielwert
In unserem Zuhause versuchen wir, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dinge, die nur eine Funktion haben, landen oft ungenutzt in der Ecke – ob Spielzeug oder Möbel. Warum sollte es im Garten anders sein? Ein Spielhaus ist ein Raum für unbegrenzte Möglichkeiten. Es lädt dazu ein, kreativ zu werden, Geschichten zu erfinden und spielerisch die Welt zu entdecken. Das ist der Kern dessen, was wir unseren Kindern mitgeben möchten.
Bei einem Spielturm schien mir das Spiel viel mehr vorgegeben zu sein. Natürlich klettern Kinder gerne, aber für die motorischen Abenteuer gibt es hier in der Stadt zahlreiche Spielplätze, die wir besuchen können. Ein eigenes Spielhaus hingegen bietet etwas, das ein öffentlicher Spielplatz nicht kann: Privatsphäre, Vertrautheit und die Freiheit, den Raum immer wieder neu zu erfinden.
Ein Platz für beide Kinder – jetzt und in Zukunft
Die Entscheidung wurde auch dadurch erleichtert, dass wir zwei Kinder in sehr unterschiedlichen Altersstufen haben. LittleOne liebt Rollenspiele und könnte stundenlang mit Blättern kochen oder imaginäres Eis verkaufen. Unsere Jüngste hingegen ist in der Phase, in der alles auf- und zugemacht, befüllt und ausgeräumt wird – und natürlich wird geklettert, so viel wie möglich.
Ein Spielhaus ist für beide ideal: Für die Kleine gibt es Türen, Fenster und versteckte Ecken zu entdecken. Für die Große bietet es eine Bühne für ihre kreativen Spiele. Und das Beste? Auch in ein paar Jahren, wenn sie beide älter sind, bleibt ein Spielhaus spannend. Es wird mit wenigen Handgriffen zur Chill-Oase, einem geheimen Rückzugsort oder sogar einem Ort, an dem sie mit Freunden abhängen können.
Fazit: Warum wir das Spielhaus gewählt haben
Am Ende fiel unsere Wahl eindeutig auf das Spielhaus – nicht, weil ein Kletterturm schlecht ist, sondern weil er einfach nicht zu uns passt. Unser Garten bleibt ein Ort, der sich mit uns und den Bedürfnissen unserer Kinder verändert. Und das Spielhaus ist ein Element, das diese Flexibilität perfekt unterstützt.
Kinder sind eben keine Gartenzwerge
Sie brauchen keinen starren Kletterturm, der sich kaum verändert, sondern eine Spielwelt, die mit ihnen wächst und ihre Fantasie anregt. Für uns war das Spielhaus die beste Entscheidung – und ich kann kaum abwarten, wie unsere Kinder es entdecken und immer wieder neu erfinden werden.