Ah, die Frage aller Fragen, wenn es um das Spielhaus geht: Was kostet der ganze Zauber eigentlich? Werde ich danach pleite, aber glücklich sein? Oder doch nur pleite? Spaß beiseite, nachdem der perfekte Platz für unser Spielhaus feststand, dachte ich erst: Ok suchen wir mal ein Spielhaus aus!
Denkste! Kaum war ich in die Internetrecherche eingestiegen, fühlte ich mich völlig erschlagen. So viele Modelle, so große Preisspannen! Von 300 bis 3000 Euro war alles dabei. Mir wurde klar, dass ich zwar eine Idee hatte, was ich wollte, aber die Frage, was das kosten durfte, bisher verdrängt hatte.
Erstmal zurück auf Anfang
Nach dem Hausumbau war unsere Kasse ziemlich leer. Ich schätze, das ist bei vielen Familien so: Die Zeit mit kleinen Kindern ist nicht unbedingt die, in der Geld keine Rolle spielt. Also musste ich klären, was finanziell überhaupt drin ist. Sprich: wieviel konnten wir ausgeben?
Doch können ist nicht gleich wollen. Die Frage „Was ist mir dieses Häuschen wert? Wieviel will ich ausgeben?“ ist meiner Meinung genauso wichtig. Welche Zahl fühlte sich realistisch an? Und was wäre mir „viel zu viel“? So fand ich die passende, grobe Budgetvorstellung und stürzte ich mich erneut in die Suche – aber nichts passte. Entweder es gefiel mir, oder es war bezahlbar. Beides zusammen? Fehlanzeige…
Die Alternative: Bausatz, Bauplan oder doch Marke Eigenbau?
„Wir könnten auch selbst was bauen..?“ Spontanes, gequältes Stöhnen von Seiten meines Mannes war die Antwort. Klar, selbstbauen ist zeitaufwändig und bedeutet, dass man alle 10.000 kleine Entscheidungen selbst treffen muss. Oder darf – denn ein unschlagbarer Vorteil am selbstbauen ist die Gestaltungsfreiheit. Und es wäre definitiv günstiger!
Wir diskutierten: Eine Zwischenlösung wäre ein Bausatz gewesen – schnell verfügbar und einfacher als alles selbst zu planen. Aber auch hier fand ich nichts, das wirklich zu uns passte. Eigentlich wurde mir klar, dass ein guter Bauplan für uns die beste Lösung gewesen wäre: Er hätte uns die zeitaufwändigen Entscheidungen abgenommen, eine genaue Grundlage für die Kosten geliefert und im besten Fall sogar eine Kostenschätzung beigelegt. Doch leider fand ich auch keinen Bauplan, der gepasst hätte.
Am Ende einigten wir uns darauf, selbst zu bauen. Doch nun stand ich wieder vor dem gleichen Problem: wir hatten immer noch keinen Preis! Zeit für eine Kostenschätzung.
Schritt zurück: Der Schätzpreis
Um herauszufinden, ob wir uns das Spielhaus Marke Eigenbau überhaupt leisten können, brauchte ich erstmal eine Grundlage – einen Schätzpreis. Ich suchte ein Modell, das mir gefiel und von der Größe her etwa unserem Wunsch entsprach. Es musste nicht dieses eine Haus werden, aber es diente als Orientierung.
Dann überlegte ich mir, woraus das Haus bestehen würde: tragende Teile wie Stützen und Träger, Schwellen und Dachbalken, sowie flächige Teile wie Boden, Wände und Dach. Mit diesen Infos zeichnete ich eine grobe Skizze. Die Maße legte ich direkt fest – orientiert an dem Platz, den wir im Garten reserviert hatten. Wichtig: ich plante nicht, ich skizzierte. Keine Milimeter, nur grobe Zentimeterangaben, also z.B. Länge ca. 1,70 und Breite ca. 1,20. Höhe ca. 2,2 usw.
Ein wichtiger Punkt aus meiner Erfahrung als Architektin: immer aufrunden. Statt 1,22 m rechnete ich mit 1,30 m. Warum? Weil es beim Schätzen immer Überraschungen gibt – und die führen selten dazu, dass am Ende weniger benötigt wird.
Mit meiner Liste ging ich in den Baumarkt und suchte nach passenden Materialien. Die tragenden Teile rechnete ich in Metern, die flächigen in Quadratmetern. Hier ging es nicht um Millimeterarbeit, sondern um ein Gefühl für die Preise. Ich ließ mich beraten und notierte die Kosten.
Zuhause summierte ich alles auf und schlug direkt 15% Puffer obendrauf. Und tada – mein Schätzpreis stand.
Passt das ins Budget?
Ein Blick auf unser Budget zeigte: Ja, das Projekt ist machbar. Ich wusste, dass wir nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten würden, und hatte gleichzeitig einen Plan, falls wir vom Schätzpreis abweichen sollten.
Meine Tipps, um das Budget wirklich einzuhalten
Ein Schätzpreis ist genau das: abgeschätzt. So gut und genau es geht, nähert man sich dem Preis. Doch aus Erfahrung weiß ich, der tatsächliche Preis steht erst am Ende des Projektes fest. Dazwischen liegen viel zu viele Entscheidungen, die man nicht alle vorwegdenken kann. Es braucht deswegen kluge Strategien, um das Budget trotzdem einzuhalten.
Wenn Budget und Realität auseinanderdriften gibt es drei Möglichkeiten zu sparen: An der Qualität der Materialien oder durch weglassen von Elementen oder durch Verkleinerung. Deswegen überlegte ich mir, welche Elemente ggf. später kommen könnten und notierte dies. Hier meine Topptipps, wo du auf jeden Fall NICHT sparen solltest, wenn es um die Materialien geht:
- Wetterschutz nicht unterschätzen: Farbe und Lasur müssen hochwertig sein – es lohnt sich, hier zu investieren.
- Das Dach wetterfest machen: Meist kein großer Kostenfaktor, aber essenziell.
- Schrauben und Bits in guter Qualität kaufen: Billige Angebote sind ärgerlich und bremsen dich aus, wenn du einfach nur schrauben willst.
- Holz, das den Boden berührt: Druckimprägniertes oder hochwertiges Holz ist teurer, aber langfristig unverzichtbar.
Sparen lässt sich dagegen gut an der Verkleidung, besonders wenn du das Holz sowieso streichst.
Fazit: Das Preisschild am Traum-Häuschen
Ich hoffe mein Prozess hat dir gezeigt, dass die Kostenfrage nicht so einschüchternd ist, wie sie vielleicht am Anfang wirkt. Nach viel Recherche, ein bisschen Geplane und Gerechne, zwei Ausflügen in den Baumarkt und vielen Tassen Tee haben wir das Preisschild an unserem Spielhaus schließlich ausgefüllt. Klar, es ging nicht in 2 h und es braucht etwas Kreativität, die richtigen Fragen und vielleicht ist es auch nicht die spannendste Abschnitt auf unserem Weg zum Spielhaus aber hey – wenn wir dafür am Ende nicht pleite sondern glücklich sind, hat sich das doch auf jeden Fall ausgezahlt!
Du merkst, wir sind noch mittendrin im Planungswahnsinn. Vielleicht geht dir das auch so, und ich konnte dir heute etwas helfen, rauszufinden, wie du dem Preis deines Spielhäuschens näher kommst. Sobald unser Häuschen steht, teile ich mit dir gern auch alle Details: Materialien, Kosten und was ich beim nächsten Mal anders machen würde.
Also – bleib dran!